Gedicht 42

Rahel, sie pflückt Krokusse für Leander

sind die nicht etwas kurz, ja ja, sie sind’s:

Doch ich knüpf die zusammen.

Zusammen knüpfe ich die zu einer Krone

Für deinen Kopf

es sind wilde ihrer, blau

Lila auch

Rahel wirkt noch ein grünes Band herum

das passe farblich so; sehr –

Sagt sie –

Leander, beschmückt, steckt sich eine an

Seine weißen Jeans, schmutzig geworden –

auf einem Baumstumpf

er zupft sein Hemd heraus, kraus,

über den Flecken.

Der Baumstumpf ist Rahels

sie hat ihn als Kind bekommen,

die Urgroßmutter gab es ihr

Ein kleines Stück, unweit des Hauses,

Mit Bäumen, vielen, dazu wilden Blumen und der Teich

rundrum Hecke

eine morsche Tür, die am alten Bahnwagen lehnte, neben dem Haus,

Schleppte sie allein rüber, zuckend und zurrend, nahm sie als Pforte,

ein Geheimgarten.

Rahels.

Rahels Geheimgarten.

Er war für sie wie sie

selbst.

Atmen,

Sitzen,

den Blumen lauschen,

Rauschen des Ichs,

heute verloren,

deswegen will Rahel eigentlich immer weg,

sie ist ja nicht da.

nur hier:

besieht sie die Krokuskrone, küsst Leander auf seinen Flecken

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